"Valleyer Informationstag"
Sender und Elektrosmog
29. Juni 2002
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürger und Bürgerinnen,
mit Hoffnung und Freude darf ich Sie in unserer Gemeinde begrüßen.
Ein herzliches Vergelts Gott den Referenten, die sich spontan und mit großer Hilfsbereitschaft zur Teilnahme am Valleyer Informationstag bereiterklärten.
Wir sind eine kleine Gemeinde, konfrontiert mit einem übermächtigen Gegenüber.
Aber wir betrachten uns nicht wie David als Feind des Riesen Goliath. Wir wünschen nur eines: eine sachliche Diskussion, das Einsehen der amerikanischen Regierung und die dringend notwendige Verlegung des Senders aus unseren Wohngebieten. Dazu möge diese Tagung beitragen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Valley und uns allen ein gutes Gelingen!
Josef Huber
1. Bürgermeister
Programm
29.06.2002
Martinshof
Gemeinde Valley, Ortsteil Oberlaindern
Elektromagnetische Strahlung – ein Problem wird erforscht
Symposium mit Wissenschaftlern
Moderation: Prof. Dr. Bernd Weidenmann
| 10.30 Uhr | Prof. G. Käs Strahlung – wie, wo, wieviel? Die Situation um den Sender IBB bei Valley |
| 11:00 Uhr | Prof. Dr. Theodor Abelin Die Schwarzenburg - Studien Epidemiologische Untersuchungen an einem Kurzwellensender |
| 11:30 Uhr | Dr. Dipl.-Ing. Michael S. Lampadius Tödliche Gefahr? Wirkungen auf Herzschrittmacher und Implantate |
| 12.00 Uhr | Kaffeepause |
| 12.15 Uhr | Prof. Michael Kundi Versuche mit Pflanzen Genschäden in der Umgebung eines Kurzwellenwellensenders |
| 12.45 Uhr | Dr. Lebrecht von Klitzing Was bewirkt eine Exposition im Organismus? Biophysikalische Zusammenhänge |
| 13.15 Uhr | Mittagspause |
Vertreter der Presse haben im Anschluß an die Vorträge Gelegenheit Gespräche mit den Wissenschaftlern zu führen.
Eintritt frei
Schlafen Sie gut?! - Wissenschaftler im Dialog mit Betroffenen
Moderation: Dr. Heinrich Rodewig
| 14.30 Uhr | Dr. Gerd Oberfeld Gesundheitsstörungen durch hochfrequente Strahlung |
| 15.15 Uhr | Pause |
| 15.30 Uhr | Das Leben mit den Sendemasten Erfahrungsberichte aus Valley und Schwarzenburg/CH Anschließend: Diskussion mit Wissenschaftlern und Medizinern |
| 16.45 Uhr | Pause |
| 17.00 Uhr | Valleyer Resolution: "Schaltet den Sender ab!" Unterschriftenaktion |
| 17.15 Uhr | Pause |
Eintritt frei
Abendprogramm
| 19.00 Uhr | Konzert der bekannten Klezmer-Gruppe Massel tov |
| 21.00 Uhr | Johannifeier beim "Schlaflosen" |
Eintritt frei
Während den Pausen ist es möglich vor Ort Brotzeit, Getränke, Kaffee und kuchen zu kaufen. Der Erlös und Ihre Spende dienen zur Finanzierung der Veranstaltung.
Referenten
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Prof. Günter Käs Pfaffenhofen Forschungsgebiet/Arbeitsgebiet: Hochfrequenz und Mikrowellenmesstechnik Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Mensch, Tier und Pflanzen |
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Dr. Dipl.-Ing. Michael S. Lampadius Herzschrittmacherinstitut Kochel am See Forschungsgebiet/Arbeitsgebiet: Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Herzschrittmacher |
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Prof. Michael Kundi Institut für Umwelthygiene Universität Wien Forschungsgebiet/Arbeitsgebiet: Arbeits- und Sozialhygiene; physikalische und chemische Einwirkungen an Arbeitsplatz und aus der Umwelt Umweltepidemiologie |
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Dr. Lebrecht von Klitzing Medizinphysiker Internationales Institut für Biophysik, Neuss Forschungsgebiet/Arbeitsgebiet: Physikalische Aspekte der Bioregulation |
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Dr. Gerd Oberfeld Humanmediziner Land Salzburg; Umweltmedizin Forschungsgebiet/Arbeitsgebiet: Umweltmedizin und Umweltepidemiologie |
Zur Exposition der Bevölkerung im Umkreis des Senders IBB
Das Areal des amerikanischen Radiosenders IBB liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Valley. Das Grundstück von etwa 68 Hektar Größe liegt nahe der B318 von Holzkirchen nach Tegernsee mitten zwischen Wohngebieten. Gesendet werden Programme von Radio Free Europe/Radio Liberty und Radio Free Asia (Radio Free Afghanistan), die via Satellit aus Prag oder Washington D.C. kommen. Von Oberlaindern aus geht es dann über Kurzwelle weiter nach Zentralasien, Rußland, Afghanistan und Tibet. Gesendet wird derzeit rund um die Uhr, vor allem auch nachts.
Nach dem Abbau der Mittelwelle gibt es vier Kurzwellenvorhangantennen. Sie bestehen aus senkrecht angebrachten Netzen, die so groß wie Fußballfelder sind. Jede dieser Antennen kann mit bis zu drei der vier vorhandenen Kurzwellensender gespeist werden. Die maximale Sendeleistung der vier Sender beträgt je 250 KW. Das entspricht der Leistung von mehr als 20.000 Mobilfunkbasisstationen. Rechnet man den Antennengewinn von ca. 20dB hinzu, so ergibt in der Hauptstrahlrichtung eine abgestrahlte Maximalleistung von 75 MW (Megawatt EIRP). Der Frequenzbereich liegt zwischen 5,95 und 21,5 Megahertz. Die Vorhangantennen bündeln die Abstrahlung in nordöstlicher Richtung in einem Winkel von 6-8 direkt über Oberlaindern hinweg. Durch die Ionosphärenreflexion strahlen von dort die Wellen zurück in die Zielgebiete.
Durch die Nähe der Sendeanlage zu den Wohngebieten kommt es dort, vor allem in den oberen Stockwerken, sogar zu Überschreitungen der
ohnehin viel zu hohen gesetzlichen Grenzwerte.
Am 30. Juni 2001 trat beim Sender ein Störfall auf, der laut IBB ein schlichter Sturmschaden mit Abriss eines Kabels war. Augenzeugen berichteten
dagegen von einem großen Feuerball, der eine dreiviertel Stunde lang zwischen den Antennen pulsierte und mit gewaltiger Leistung Musik von sich gab.
(weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der Bürgerinitiative
http://www.sender-freies-oberland.de/)
Geschichte des Senders
| Juni 1951 | Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) errichtet einen Mittelwellen-sender auf dem ehemaligen Militärflugplatz Oberlaindern bei Holzkirchen August 1953 Das ARBIE (American Radio Bases in Europe)-Abkommen wird veröffentlicht. Die Geheimdienstsender, wie Holzkirchen und Bad Aibling werden darin ausdrücklich nicht erwähnt. |
| 1970 | Über dem Sender stürzt ein Starfighter ab. |
| 1979 | Vier neue Kurzwellenantennen werden errichtet. |
| 1984 | Bei Absturz eines Tornados kommen beide Piloten ums Leben. Erst Jahre später wird der Zusammenhang mit den Radiowellen bestätigt. |
| Sommer 1994 | Das Bundesamt für Post und Telekommunikation stellt fest, dass die geltenden Grenzwerte überschritten werden, erteilt aber dem Sender dennoch die beantragten neuen Frequenzgenehmigungen. |
| Dezember 1994 | RFE/RL kündigt die Schließung des Senders zum Jahresende an. |
| 1995 | Das neu gegründete International Broadcasting Bureau (IBB), das nicht mehr dem CIA sondern dem State Departement unterstellt ist, übernimmt den Sendebetrieb. |
| 1996 | Antrag auf Umbau der Mittelwelle. |
| 1997 | Aufgrund der hohen Feldstärken wird ganz Oberlaindern für Träger von Herzschrittmacher gesperrt. |
| Juli 1998 | Erfolgreiche Bürgerentscheide in den vier umliegenden Gemeinden Valley, Holzkirchen, Weyarn, Warngau. Es sollen sämtliche Rechtsmittel gegen den Sender ausgeschöpft werden. |
| September 1999 | IBB baut ohne Genehmigung die Mittelwellenantenne um. |
| Juli 2000 | Das amerikanische Bundesgericht lässt die Klage der Gemeinde Valley gegen den Sender zu. |
| August 2000 | Der Pfarrer von Darching, Pater Nikolai Lochner reicht eine Petition beim Bundestag ein. Darin wir eine sofortige Kündigung des Pachtvertrages gefordert. |
| August 2001 | Erster Teilerfolg: IBB schaltet den Mittelwellensender ab. |
| Juni 2001 | IBB erhöht die Sendezeiten drastisch, da ein Kurzwellensender in Spanien geschlossen und die Programme nach Oberlaindern verlagert wurden. |
Ansprechnpartner
| Gemeinde Valley | Bürgermeister Josef Huber Tel.: 08024-92489 Fax: 08024-3831 |
| Bürgerinitiative | Georg Paul Tel.: 08021-909711 eMail: georg.paul@sender-freies-oberland.de |
| Presse | Elke Obermayer Tel.: 08024-49032 Georg Paul Tel.: 08021-909711 Hedi Floßmann Tel.: 08024-92285 eMail: info@sender-freies-oberland.de |
| Veranstaltungsbüro am 29.06.2002 | Tel.: 08024-92489 |
Veranstaltungsort
Martinshof Valley, Ortsteil Oberlaindern
Anfahrt
Mit PKW:
Valley liegt ca. 25 km südöstlich von München direkt an der BAB München – Salzburg.
(Abfahrt Holzkirchen/Tegernsee, nach ca. 2 km Abfahrt Holzkirchen/Miesbach
weiter nach Oberlaindern.
In Oberlaindern Hinweisschild zum Martinshof beachten)
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bahn im Stundentakt ab München Hauptbahnhof (Zustiegsmöglichkeit am S-Bhf. Donnnersberger Brücke und Harras) und S-Bahn (S 2) bis Bahnhof Holzkirchen, von dort halbstündlich mit Sammeltaxi zum Martinshof (vorherige telephonische Anmeldung mindestens eine Stunde im voraus unter 08024–99 32 42 )
Unterkunft
Auskünfte bei Frau Helga Marth
Kleinfeldstraße 8
83607 Holzkirchen
Tel.: 08024/49731
Fax: 08024/93671
eMail: helga.marth@sender-freies-oberland.de
oder
Prospektmaterial mit Unterkunftsmöglichkeiten bei:
Tourismusverband Bayerisches Oberland e.V.
Postfach 106
83731 Hausham
Tel.: 08026/920700
Fax: 08026/924166
e-Mail: info@BayerischesOberland.info