Gesundheitsstörungen durch hochfrequente elektromagnetische Felder

Dr. med. Gerd Oberfeld*

 

Gesundheitliche Auswirkungen durch Strom und Strahlung werden zunehmend zu einem Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion. Den Hauptanteil für diese Entwicklung trägt die rasante Zunahme der Exposition gegenüber der hochfrequenten Strahlung durch Mobilfunksendeanlagen.

Wie kaum bei einem anderen Thema schließen sich derzeit Bürger zu Initiativen zusammen um die Aufstellung dieser Anlagen zu verhindern oder zumindest eine Verringerung der Strahlenbelastung zu erreichen.

Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass in vielen Orten weltweit schon seit langem Menschen gegen den Betrieb von Rundfunksendern, Fernsehsendern und Radaranlagen ankämpfen. Stellvertretend für viele weitere seien genannt: Radio Vatikan/Rom, Sutro Tower/San Francisco, Lookout Mountain/Colorado, Pave Paws Radar/Massachusetts und IBB Holzkirchen/Valley.

Die zentrale Gemeinsamkeit der Menschen, die sich gegen Sendeanlagen engagieren ist die Sorge um die Gesundheit.

Im Rahmen der Internationalen Salzburger Konferenz zu Mobilfunksendeanlagen im Juni 2000 wurden dem Bereich Strahlung unter anderem nachfolgende Symptome und Krankheiten zugeordnet: Schlafstörungen, Lernprobleme, Depressionen und Selbstmorde, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, räumliche Desorientierung, verringerte Immunreaktion, DNA-Schaden und Veränderung der DNA Reparatur Kapazität, Gehirntumoren, Leukämie und andere Krebserkrankungen, Fortpflanzungsprobleme, Fehlgeburten, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, Blutdruckänderungen.

Immer mehr Menschen reagieren auf Strom und Strahlung mit teils erheblichen Störungen des Wohlbefindens. Das in Öffentlichkeit und Ärzteschaft kaum bekannte Krankheitsbild der Elektrosensibilität führt zu teils gravierenden Minderungen der Lebensqualität und Arbeitsleistung. Ein prominentes Beispiel ist die Direktorin der WHO, Gro Harlem Brundtland.

Auf externe Sender hat man derzeit wenig Einflussmöglichkeit, da dies die Gesetzeslage nicht vorsieht. Ausgehend vom Lernvermögen der Menschheit bei anderen Umweltverschmutzungen ist zu hoffen, dass die negativen Folgen von Strom und Strahlung schneller als bisher von einer breiten Öffentlichkeit erkannt und reduziert werden. Es liegt an jedem einzelnen, sich für eine strahlungsarme Umwelt einzusetzen sowie durch sein Verhalten seine persönliche Belastung und die Belastung seiner Mitmenschen zu reduzieren.

 

*) Umweltmediziner beim Land Salzburg und Referent für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer