Mitteilung an die Medien vom 23.08.00
Besuch in Wachenbrunn/Thüringen
Eine Delegation aus Valley unter der Leitung des 2. Bürgermeisters Karl Stemmler war am vergangenen Wochenende zu Besuch in Wachenbrunn, Stadt Themar im Landkreis Hildburghausen in Thüringen. (Übrigens der Geburtsort von Prinzessin Therese von Sachsen-Coburg, ohne die es weder Oktoberfest noch Theresienwiese gäbe)
Dort betreibt die Telekom einen Sender für die Stimme Rußlands, der Propagandasendungen in Richtung England und Frankreich/Portugal abstrahlt.
Die dortige Initiative war vor einem Jahr zu einem ersten Besuch in Valley. Der Gegenbesuch war die Fortsetzung des Erfahrungsaustausches.
Nach einer zweistündigen Führung durch die Sendeanlagen traf man sich auf Einladung von Bürgermeister Böse aus Themar zum gemeinsamen Mittagessen mit anschließendem Gespräch.
Besonders beeindruckend waren dabei die vielen Gemeinsamkeiten. In Wachenbrunn treten die gleichen Gesundheitsprobleme auf, wie wir sie hier kennen. Auch dort gibt es fast in jedem Haus einen Krebsfall. Fast alle leiden an Gliederschmerzen und Schlafstörungen. Auch der dortige Sender ist ein Relikt des Kalten Krieges. Auch dort will die Telekom neue Anlagen errichten, um für die künftige digitale Mittelwellentechnik gerüstet zu sein. Dabei wurde uns klar, daß auch IBB auf diese Technik setzt und deshalb so verbissen am Standort Holzkirchen festhält. Dann wäre Holzkirchen ein lukrativer Standort mitten in Europa und könnte noch gewinnbringend genutzt werden. Eine Ausweitung der Sendezeiten und Richtungen wäre unweigerlich die Folge.
Ein großer Unterschied besteht darin, daß die Telekom im Gegensatz zu IBB mit offenen Karten spielt und für Störungen haftet. Die Anwohner erhalten gratis störungsfeste Haushaltsgeräte. Finanzielle Schäden, z.B. durch eine gestörte Kransteuerung wurden schon in der Vergangenheit reguliert. Durch technische Einrichtungen wird in Wachenbrunn sichergestellt, daß Wohngebiete nicht im Hauptstrahl liegen. Das ist in Holzkirchen nicht der Fall.
Für die Zukunft wurde vereinbart, die Aktivitäten zu koordinieren. Zunächst wird der Bundesumweltminister einen gemeinsamen Brief erhalten. Sollte das nicht ausreichen, will man eine gemeinsame Petition im Bundestag einreichen und wenn es nötig wird zusammen mit anderen europäischen Initiativen beim Europäischen Gerichtshof eine Klage einreichen.